Bezirk Rüte

Geschichte

Der Bezirk Rüte verdankt seine kommunalrechtliche Existenz der noch heute gültigen kantonalen Verfassung von Appenzell Innerrhoden. Diese wurde an der ausserordentlichen Landsgemeinde vom 24. November 1872 durch das Innerrhoder Stimmvolk gutgeheissen und am Landsgemeinde-Sonntag des folgenden Jahres in Kraft gesetzt.

 

Die Verfassung von 1872 ersetzte die bisherige Rhode Rüte durch den neuen gleichnamigen Bezirk. Die Rhoden waren wohl zwischen 1204 und 1220 zur Sicherung von Militär- und Steuerleistungen an die Abtei St. Gallen entstanden. Anfänglich noch durch Rhodsmeister geführt, wurden später jährlich an Rhodsversammlungen Hauptleute und Räte gewählt, welche die Rhoden in den Behörden des Alten Landes Appenzell und ab 1597 in denjenigen von Innerrhoden zu vertreten hatten. Wie in Schwende wurden auch im Jahre 1873 in Rüte die alten Grenzen beibehalten. Bereiche der Rechtspflege und zahlreiche Verwaltungsaufgaben, die anderen Kantonen den politischen Gemeinden zugewiesen sind, fallen im inneren Landesteil von Innerrhoden nicht in den Zuständigkeitsbereich des Bezirkes Rüte. Sie werden dort zentral wahrgenommen. Einen Sonderfall bildet die Feuerschaugemeinde Appenzell, die gebietsmässig auch in den Bezirk Rüte hinein reicht und der in diesem Gebiet die Aufgaben einer Baubewilligungsbehörde zukommen.

 

Erster regierender Hauptmann des neuen Bezirkes Rüte war Anton Josef Moser (1812-1895), Mosershalde, Hirschberg. Stillstehender Hauptmann war damals Johann Anton Breitenmoser (1827-1889), Karlis, Hirschberg. Als erste Bezirksräte fungierten Johann Baptist Manser (1830-1891), Bachers, Schwarzenegg, Johann Anton Koller (1824-1880), Sonne, Eggerstanden, Johann Martin Signer (1842-1919), Obere Rüte, Hirschberg, Johann Baptist Fritsche (1819-1889), Untere Rüte, Hirschberg, und Karl Jakob Koster (1828-1899), Äbisegg, Hirschberg.

 

Seit 1873 werden die Gemeindeversammlungen des Bezirkes Rüte in Steinegg abgehalten. Laut den am ältesten vorhandenen Protokollen tagte der Bezirksrat früher in Gaststätten, meistens im Restaurant «Schäfli» in Steinegg, vereinzelt aber auch in der Kuranstalt «Steinegg» (heute «Rössli») und im Restaurant «Gemsle» in Weissbad. Seit 1983 ist Steinegg Sitz der Verwaltung des Bezirkes Rüte.